Meine Sonntagspredigt...wie gewohnt zum nachlesen

06.06.2021 - Sonntagspredigt

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Wenn wir nur eine Sicht auf das Leben, auf Menschen, uns selbst, auf Glauben und Gott haben, laufen wir Gefahr, starrsinnig zu werden, Vielfalt und Veränderung abzulehnen. Wir werden einseitig, rechthaberisch, arm und einsam, weil andere immer weniger mit uns zu tun haben wollen oder wir nur mit Unseresgleichen zusammen sind. Sosehr wir Sicherheiten, Konstanten, Verlässlichkeit in Beruf und in Beziehungen brauchen, sosehr beglücken und bereichern uns neue Erfahrungen, andere Menschen, Vielfalt, Erkenntnisse über Gott und Welt. Wir bewegen nämlich nicht nur Kopf und Augen, sehen, hören, fühlen in andere Richtungen, sondern wir bewegen unseren Geist, unser Denken, unseren Glauben an Gott. Wir bleiben geistig jung, auch wenn unser Körper müder, gebrechlicher, älter wird. Die junggebliebenen, lebenserfahrenen, weisen Alten sind uns lieber als starrsinnige, reformablehnende Vergangenheitssehnsüchtige. Es ist besser Ausschau zu halten, was zu leben und zu glauben hilft, als einen vergangenen oder jetzigen Zustand einzubetonieren mit der Begründung, das sei Gottes Wille oder sei immer so gewesen, obwohl es mehr eigenen Wünschen entspringt als historisch oder biblisch wahr ist. Die Versuchung ist leicht nur auf Äußeres, vergangenes Brauchtum, Strukturen, Regeln zu beharren als Neues zu zulassen, neue Erfahrungen mit Gott, Glauben und Menschen zu machen. Beweglichkeit ist nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch menschlich, geistig, auch im alltäglichen Glauben. Glaube und Menschsein sind Begegnung, Lebendigkeit, Veränderung, Offenheit für Anderes und Neues. Anders zu denken, zu leben und zu glauben als wie bisher. So suchen wir nach Leben und sinnvollem Menschsein durch den Glauben an Gott, wir halten nach dem Unsichtbaren, Gott, Ausschau und finden in Gott Leben und durch Gott Leben, selbst wenn wir Leben, Menschen verlieren und wir sterben. Wo finden wir Gott? In welchen Zeiten, an welchen Orten, durch welche Ereignisse? Schreckliche Erlebnisse, was andere und wir erleiden, lassen ebenso wie schöne, frohe Ereignisse, wie auch Liebe und Gemeinschaft, Gottes Existenz und Gegenwart entdecken. Wer sich außer den Vertrauten und Bekannten nie auf andere zubewegt, wird selten etwas von der Fülle und Reichtum des Lebens, der Menschen, von der wirklichen Wahrheit, die wir Gott nennen, erfahren. Denn Ausblicken heißt, den eigenen Denkhorizont, die Art zu glauben, zu erweitern, Gott anders und neu zu denken, zu verstehen suchen. Das ändert sich hoffentlich im Laufe unseres Lebens, doch das Vertrauen, das Wissen um Gott kann wachsen, darf, muss sich ändern, sonst starren wir stets auf das Sichtbare, was Menschen schaffen, meinen, Leute an Bräuchen erfinden, an Regeln schaffen, was aber Zeit- und Situationsbedingt ist. Gottes Wille erfahren wir durch Jesus und lernen von ihm, der aber wollte Leben in Fülle und Liebe im Leben und Sterben. Das lernen wir dann in unserem Alltag umzusetzen, mal ist das mühsam, mal befreiend von schlechtem Denken und Verhalten, tragend in Ängsten und Leiden, hoffend auf Liebe und Vergebung, Vergeltung und Ausgrenzung aufgebend, Menschen liebend und helfend, nicht eigene Wünsche und Vorstellungen zum Maßstab für andere zu machen. Das bedeutet ein neues, anderes Denken im Glauben, einen Jesusgemäßen Umgangsstil, einen nicht ausgrenzenden, verurteilenden Gesprächsstil. Das bedeutet zu begreifen, dass Gott Menschen vielfältige Heimat schenkt, die verschieden unserer eigenen sein darf, damit wir nicht Gott vorschreiben, wie er zu sein hat, was er zu tun und zu lassen hat, sondern akzeptieren, dass Gott ist, wandelbar, Leben schaffend, nicht festlegbar. Gott ist, das ist das, was wir glauben, wovon wir reden, mit dem und über den wir reden, von dem die Bibel erzählt, den Jesus uns nahebringt. Den Gott der Lebenden und der Toten, die einzige wahre Wirklichkeit. Die Wirklichkeit, die wir erahnen, der wir vertrauen im Leben und Sterben, mal zuversichtlich, mal zweifelnd, klagend. Diesen Gott suchen und ahnen wir, immer wieder anders und neu, wir machen unsere eigenen Erfahrungen, wir erleben im Gespräch mit anderen Christen Gemeinsamkeiten im Glauben, wir leben nach Jesu Beispiel und erfahren durch Jesus, dass Gott Leben will, selbst wenn wir sterben. Das ist der Wille Gottes, mehr nicht. Unser Glauben an Gott lebt in der Hoffnung, wie Paulus sagt: „Auch wir glauben und darum reden wir. Denn wir wissen, dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch vor sein Angesicht stellen wird.“ (2 Kor 4,14f)



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