Meine Sonntagspredigt...wie gewohnt zum nachlesen

25.02.2018

Sonntagspredigtpredigt


Wenn wir alle Tage zum Alltag machen, verkommt das Leben, wird es monoton, Pflichten und ewiger Betrieb-samkeit unterworfen. Wenn wir alle Tage zu Feiertagen machen, verkommt das Leben, nimmt es Aufgaben, kleine Freuden, Probleme, Fragen, Leiden nicht ernst. Die ewigen Spaß haben wollen, die sich über alles lustig machen, die immer nur Sonnenseiten haben wollen, nehmen nur sich ernst, benutzen andere für ihre lustige Spaßkultur, den ewigen Feierkick, doch wollen nicht Schattenseiten sehen. Je mehr erleben, desto mehr Leben, so leben immer mehr Menschen. Wichtige Fragen, werden augenblicklichen Stimmungen und momentanen Bedürfnissen unterworfen bzw. angepasst. Langfristige Perspektiven, grundlegende Antwort-en, lebenstragende Einstellungen werden vernachlässigt. Zukunft gerät nur für die Altersabsicherung in den Blick. Immer mehr Menschen leben so, immer mehr denken und handeln Politiker so, lassen sich von augenblicklichen Stimmungen, von einer Meinungsumfrage zur nächsten beherrschen, die morgen genau das Gegenteil der heutigen sein können. So aber leben sie vor allem die Gegenwart und verlieren Grundsätzliches aus dem Blick. So verlieren sie langfristig tragende Überzeugungen und Denkweisen. Verlässlichkeit und Treue werden kurzfristig gelebt. Die Balance zwischen Flexibilität und Konstantem fällt auseinander. Die Balance zwischen ewiger Wahrheit und neuen Einsichten, zwischen dem roten Faden des Lebens und Veränderung gerät aus den Fugen. Wir können weder Vergangenes als einzige, ewige Wahrheit für alle Zukunft festbetonieren noch neue Erkenntnisse, Veränderungen ablehnen, bekämpfen. Wir können weder alles Vergangene als falsch, überholt, unmodern ansehen noch alles Neue als einzige Wahrheit be-trachten. Es ist schwer geworden das eine vom anderen in rechter Weise unterscheiden zu können. Zunehmend klagen Menschen, das Leben, sogar das eigene werde immer unübersichtlicher, komplexer, komplizierter. Sie wünschen sich für alles einfachste, billigste Lösungen, die im Schwarz-Weiß-Denken, da gut und da böse enden. Sie wollen nicht mehr selbst denken und nachdenken müssen, sondern an andere die Verantwortung für sich, ihre Entscheidungen abgeben und diese im Konfliktfall, beim Scheitern dafür anklagen und zur Rechenschaft ziehen. So feiert die Oberflächlichkeit, das von anderen Menschen Gelebt- und Bestimmtwerden ein großes Fest. So verlieren Menschen Wesentliches für sich, wenn sie sich stets nur an-deren ausrichten. Die Individualität wird nur noch in Äußerlichkeiten gelebt, in einigen Lebensentwürfen, doch insgesamt passen sie sich immer mehr der Masse an. Die Globalisierung der Wirtschaft wird zur Globalisierung des inneren Menschen. Alles wird sich ähnlich im Denken, Handeln, Empfinden, die viel ge-priesene und wichtige Pluralität hört genau da auf. Außergewöhnliches, Ungewohntes, Herausgehoben-werden aus dem Alltag, dem herkömmlichen, gewohnten Denken und Erleben nicht vorgesehen, unerwünscht. Doch leben wir eigentlich davon, von Unterbrechungen, von außergewöhnlichen Begegnungen, Er-fahrungen, Erlebnissen. Denn sie vermögen unser Leben zum Guten, zu neuem Denken, Handeln und Einsichten führen, ja sie verändern uns grundlegend. Sie zeigen uns Halt, neue Sinnhaftigkeiten, die uns leben lassen, sogar uns anders leben lassen, sie stoßen uns an, neue Wichtigkeiten zu entdecken. Herausgehoben aus dem gewohnten Denken und Glauben, lernen wir anders, tiefer zu leben. So erfahren es die 3 Freunde Jesu. Sie werden auf neue Einsichten, Erkenntnisse, neue Fragen gestoßen, über die sie nachdenken und miteinander besprechen. Ihr Glaube an Gott verändert sich, entwickelt sich weiter. So endet ein träger, müde werdender, gewohnter Glaube hin zu einer Lebendigkeit des Suchens und Ahnen Gottes. Sie verharren nicht im Gewohnten, in Bräuchen, Regeln, Floskeln. Es geht um mehr als nur um den Alltag, es geht um Leben aus dem Glauben an Gott. Doch dieser Glaube verändert sich, je nachdem was wir erleben, was uns widerfährt, wer uns begegnet. Er bleibt in Bewegung, in Veränderung wie das Menschsein auch; nur weniges bleibt wie es ist, wie es immer war, auch wenn es leichter, angenehmer wäre, der Mensch es wünscht. Die uns ge-schenkte Lebenszeit birgt viel mehr an Leben in sich als uns oft bewusst. Unser Glaube an Gott, unser Christsein ist mehr als nur das Vertraute und ewig Gewohnte. Überraschungen gibt es immer wieder. Vor allem, wenn wir nach echtem Leben, gelungenem Leben, nach Gott suchen und fragen. Uns begegnet er dann anders. Die Freunde lassen sich auf neue Erfahrungen mit Gott ein, nicht dass sie alles sofort verstehen, aber sie ahnen, dass Gott nicht nur anders ist als wir zu meinen wissen, sondern, dass er letztlich eine gute Zukunft auch jenseits unseres irdischen Lebens mit seiner begrenzten Zeit bereithält. Dass nicht die Anzahl der gelebten Jahre das einzig Wichtige ist, sondern Gott, der uns letztlich etwas Gutes geben will. Doch stoßen wir an Grenzen unseres Denkens, Verstehens. Auch deswegen diskutieren die Freunde über das Wort Auferstehung von den Toten. Schon zu Jesu Zeiten gab es widersprüchliche Auffassungen bis zur totalen Verneinung darüber, so wie heute. Für manche ist es gar kein Thema mehr, selbst für Christen rückt es zunehmend in den Hintergrund, da ist das stimmungsvolle Weihnachtsfest einfacher nachvollziehbar. Träge werden kann man im Glauben an Gott, es sich zu einfach machen, so geht der Glaube dann verloren, ver-flacht, verkommt in Gewohnheiten ohne, dass er uns wirklich zu leben hilft. Ist es doch wie im Menschen-leben auch, wer nur auf das Bekannte, Gewohnte setzt, sich Überraschungen, Neuem, Begegnungen mit neuen, unbekannten Menschen verwehrt, wer nicht Gewohnheiten, überholte Regeln, Bräuche, Ansichten hinterfragt oder aufgibt, für den wird das Leben fade. So wie wir Überraschungen mit guten, uns liebenden Menschen, guten Fügungen, beglückenden Ereignissen erleben, so geht es uns auch im christlichen Glauben, wenn wir bereit sind, uns auf neue Erfahrungen mit Gott einzulassen, anders und neu über Jesus zu denken, unseren Glauben anders, ungewohnter, aber lebendiger zu leben, wenn wir bereit sind mit anderen Christenmenschen über grundlegende Fragen des Lebens und damit unseres christlichen Glaubens zu sprechen, dann erleben wir, dass der christliche Glaube unser Leben lebenswert macht, dass wir viel Gutes, Schönes, Beglückendes, aber auch Tragendes und Tröstendes erfahren und erleben können. Durch Mensch-en, durch neue Einsichten, durch anderes Denken und Alltagsverhalten im Glauben, wenn wir sinnlose, uns nichtssagende Gewohnheiten und Bräuche seinlassen, dann leben wir auf, im Leben und im Sterben gehen wir auf Gott zu, wie immer das das sein wird.



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