Meine Sonntagspredigt...wie gewohnt zum nachlesen

01.10.2017

Sonntagspredigt


Die Besserwisser, die Selbstsicheren, die Selbstgerechten, die sich für perfekt und gut halten, sich besser wähnen als ihre Mitmenschen belasten das Miteinander und verletzen. Solche Menschen haben ein einfaches Menschenbild, das nur gut oder ganz schlecht kennt. Sie selbst legen fest, wer gut und wer böse ist. Abwertend, verletzend ist, dass sie die dazu erklären, die anderer Meinung als sie sind, die nicht so sind wie sie. So sind immer andere schlecht, böse Täter, sie selbst stets gut und Opfer anderer Menschen. Nachdenklichkeit über sich selbst, das eigene Leben, die eigenen Ansichten, das eigene Verhalten wird nicht praktiziert. Sie glauben genau die Grenzen zwischen gut und böse, falsch und richtig zu kennen. Denn das bestimmen sie. Doch so einfach ist das Leben nicht, so leicht lässt sich das nicht bestimmen. Wie leicht können Menschen sich irren und gut für schlecht halten oder falsch für richtig erklären. Wir kennen den Satz: das Gegenteil von gut meinen ist gut tun. Das Menschsein, das Leben ist nicht einfach, sosehr wir es uns auch wünschen; im Nachhinein sind wir oft klüger, erkennen aus der Distanz, nach erlittenem Unrecht, nach begangenen Fehler die Wahrheit, was besser und richtiger für andere und auch für uns selbst gewesen wäre. Gefährlich wird es, wenn diese Erkenntnisse folgenlos bleiben. Wenn Menschen trotzdem so weitermachen und weiterleben wie zuvor. Wir beschwören, wir verlangen aus Erlebtem, aus Erlittenem, aus gemachten Fehlern, aus der Vergangenheit zu lernen und doch haben wir dabei eher die anderen als uns selbst im Blick. Gerade weil richtiges und gutes Menschsein immer neu gelernt, immer wieder korrigiert werden muss, weil vieles zu bedenken, zu beachten ist, ist das vielen zu anstrengend, zu beschwerlich und handeln, denken, leben nach dem Lust und Laune Prinzip oder übernehmen unüberlegt die Meinung anderer, wenn diese einfach und plausibel scheint. Das erzählt Jesus. Die beiden Söhne leben gleichermaßen in uns. Mal sagen wir so und handeln doch anders, mal wehren wir uns gegen etwas, lehnen es ab und sehen doch ein, dass es besser wäre. Die Schwierigkeit bleibt zu erkennen, wer es wirklich gut mit uns meint, wer gut zu uns ist. Manchmal erleben wir das große Glück, Menschen in unser-er Nähe haben zu dürfen, die wirklich gut zu uns sind, die unser Bestes wollen, weil sie uns wertschätzen und lieben, so wie gute Eltern zu ihren Kindern sind. Solche Menschen machen uns aufmerksam, was gut für uns, auch wenn es anstrengend für uns wird, auch wenn wir etwas tun, etwas erleben müssen, was wir eigentlich gar nicht wollen. Und doch wird es für uns zum Segen, bringt uns Leben und Glück. Die Kunst des Menschseins besteht in der Erkenntnis, in der Suche, wer uns zu Veränderungen, die zu Glück und gutem Leben führen, auffordern darf. Doch sind wir angewiesen auf uns wirklich liebende Menschen an unserer Seite, die uns aufmerksam machen, was wir anders machen können, wo Veränderungen in unserem Denken, Gefühlen, Worten und Taten überfällig sind, damit wir bessere Wege im Leben gehen lernen, damit wir ge-glückt und geliebt leben, auch wenn diese Veränderungen schmerzhaft und anstrengend sind wie eine schwere körperliche Arbeit, wenn sie uns tatsächlich Mühe kosten, weil wir vieles dann sein lassen, auch Menschen, die uns ungut sind, die uns eher benutzen als lieb-en. Immer haben wir die Chance, uns zu ändern für ein besseres, geliebtes Leben. Manchmal dauert es lange mit vielen Irrwegen und Fehlern verbunden, bis wir jemandem begegnen, dem wir vertrauen, weil er uns gut und uns liebt, der uns an uns selbst arbeiten lässt, damit unser und anderer Menschen Leben besser werden kann. Ein Stück Arbeit an uns selbst, eine Herausforderung, ehrlich uns selbst gegenüber und nicht starr, festgefahren zu bleiben. Doch können wir nur solche Nachdenklichkeit erlangen, solche Lebensverbesserungen erreichen, wenn wir jemandem begegnen, der es wirklich gut mit uns meint, der uns liebt. Die verachteten, mit Fehlern belasteten röm. Steuerbeamten, auch die Dirnen erkannten das eher als die, die sich selbst für gut und bessere Menschen hielten, die meinten, sie seien die besseren Gläubigen, doch waren sie so selbstgerecht und hart, dass keiner sie in ihrem Inneren erreichte weder Gott noch ein Mahner wie Johannes der Täufer. Ist es heute nicht auch so?



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