Meine Sonntagspredigt...wie gewohnt zum nachlesen

16.05.2021 - Sonntagspredigt

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Wir fühlen uns immer wieder verlassen von Menschen, auch von denen, die wir für Freunde hielten. Wir fühlen uns verlassen, verraten von solchen, die sich Gläubige nennen und denen es doch nur um sich oder ihre Vorteile, Vorwärtskommen, Besitz und Ansehen geht. Wir fühlen uns verlassen, wenn wir nicht weiterwissen in Leiden, Nöten, Sorgen, Schwierigkeiten und keiner uns ehrlich rät und hilft. Manches verletzt und regt uns auf, weil wir nicht verstehen, warum, wieso, weshalb, wozu. Nicht nur Menschen sind uns fern, sondern auch Gott. Wir zweifeln, voll Angst, was noch geschieht, was uns noch an Schlimmen widerfährt. Suchen wir Antworten, Halt, Geborgenheit, Zuwendung und Liebe, finden wir sie nicht immer, manchmal gar nicht. Ratlos, haltlos, ohnmächtig können wir den Glauben verlieren, das Vertrauen auf Menschen. Wir sind angefochten in unserem Denken und Handeln, manches entsetzt, verletzt, isoliert uns. Wenn Menschen einander schlecht behandeln, schlecht über andere reden, abwerten, verachten, ausgrenzen, wenn Rache, Hass, Unrecht, Armut, Einsamkeit und Lieblosigkeiten zunehmen, wollen wir in Liebe und Gemeinschaft bewahrt sein. Doch wir leben in der Welt von heute, doch wir sind Christenmenschen in der Welt von heute. Nicht alle, die sich Christen nennen, haben von Jesus etwas bewahrt, sodass sie in seinem Sinne leben, handeln, reden, denken, empfinden. Manche verdrängen, vergessen bewusst Jesu Worte und Beispiel, weil sie sonst anders leben, sich anders verhalten müssten und andere Wichtigkeiten leben. Wir leiden daran. Es gibt nicht nur einen Reformstau der Territorial- und Machtstrukturen innerhalb der Kirche, sondern einen Veränderungsstau, eine Reformverweigerung der Inhalte, des Denkens und Handelns von Christen, sie müssen wieder mehr nach Jesus fragen und von ihm lernen. Wir aber suchen nach Gott, der uns bewahrt, der uns Leben gibt. In der Welt von heute ist es schwer geworden zu glauben, weil wir erkennen und zugeben, dass die Vorstellungen von Gott unwissenschaftlich, allzu menschlich, vergangene Weltbilder sind. Was bewahren wir von unserem Glauben an Gott? Welche Werte, welche Bilder, welche Haltungen? Niemand hat Gott je wirklich gesehen, wir aber hören durch Jesus wie Gott ist, was Gott ist: Geheimnis, Ursprung des Lebens, das Leben selbst. Bittend sind wir vor Gott, wissend, dass nicht alle in Erfüllung gehen, auch daran leiden wir. Wir danken der wahren Wirklichkeit, die Gott ist, für manches Gute, Wunderbare, Glück, Liebe, Hilfe, Gemeinschaft und nennen nicht alles Zufall oder Ergebnis unserer Anstrengungen und Begabungen. Wir ahnen Gott als Wirklichkeit, die uns umgibt, in der wir leben, zu der wir im Sterben kommen. Von Jesus lernen wir wahre Menschlichkeit und Liebe in all ihren Dimensionen, von Eigen- und Nächstenliebe, von partnerschaftlich-sexueller Liebe bis hin zur Feindesliebe als größter Herausforderung. Von Jesus lernen wir wie Gott ist, unbegreiflich anders und doch da, der Leben gibt und uns unsere biologische Vergänglichkeit nach unserem Tod wandelt in Leben in Gott. Gewandelt, nicht vernichtet werden wir, das hoffen wir, das zeigt uns Jesus ebenso wie Vergebung, Liebe, Vertrauen, wohlwollende Kritik, gute Veränderungen, damit Menschsein gelingt, damit Mensch, Natur leben können. Doch bedeutet das Jesus zu kennen, über ihn nachzudenken, seine Worte, sein Leben, Leiden und seine Auferweckung von den Toten. Dann zählen nicht sosehr Äußeres, Brauchtum, Besitz, Macht, Titel, sondern Glaube an Gott, so wie es Jesus zeigt und sagt. Dann heißt das immer mehr im Bewusstsein der Gegenwart Gottes zu leben. Das verändert immer wieder unsere Bilder von Gott, die wir uns im Laufe des Lebens machen, unsere Vorstellung dessen, was und wer Gott ist. Von Jesus erfahren wir, wie Gott ist und dass er da ist, lebendig, sich verändernd als Leben aus dem alles Leben ist, Gott, weder Mann noch Frau, weder uralt bärtig noch Oberkontrolleur, sondern anders, aber lebend als Wahrheit und Wirklichkeit all dessen, was ist. Das ist sein Name, den Jesus uns verkündigt und bezeugt hat. Der, der da ist und Leben ist, Ursprung und Ende unseres Daseins. Ihm verdanken wir unser Leben, weder uns, unserem Können noch anderen Menschen. Aus Gott kommen wir und kommen zu Gott. Was aber dieses Wissen um die Existenz Gottes auslöst, das sehen wir bei Jesus, das gilt es von ihm zu lernen und im Alltag zu übernehmen, das hat Folgen für unser Denken und Handeln, Wichtigkeiten und Werte, dann sehen wir in allem, was lebt, Mensch wie Natur, Hinweise auf seine Gegenwart. Wir staunen und danken, aber wir leiden und zweifeln ebenso an Gott, wenn es anders als erhofft kommt, wenn Grausamkeiten, schrecklichste Krankheiten, Naturkatastrophen geschehen, manches ist von Menschen gemacht und gewollt in Egoismus, Respektlosigkeit vor Leben, Natur und Mensch. Deswegen ist Jesus das Gebot der Eigenliebe, Nächstenliebe und der Anerkennung der Existenz Gottes so wichtig als Leben stiftend und Sinn unseres Lebens. Das gilt es neu zu bedenken in heutigem modernem, wissenschaftlich geläutertem Glauben und Formen. Gott suchen und ahnen, menschlich gläubig leben und lieben nach Jesu Vorbild.



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